_Doreen_
Barree-Künstler
      
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Okay, dann zieh ich mal meinen Hefter zu Rate:
Also erstmal Anthropologie:
Lehre vom Menschen;
die philosophische Anthropologie erorscht die Existenz des Menschen und seine Beziehung zur Welt.
antikes menschenbild:
- Das platonische Menschenbild zeichnet den Menschen als individuelles, unsterbliches Geisteswesen, das (zufällig) in einen (tierischen) Körper eingeschlossen wird. Dies Geisteswesen ist als \"Seele\" \"das den Körper Beherrschende\". Es beherrscht ihn und seine Teile durch die \"Seelenteile\". In ihrer Unterscheidung gründen alle sog. psychologischen Vermögenslehren. Das Ziel ist es nach Glück zustreben und damit das Streben nach Erkenntnis.
- Das aristotelische Menschenbild:
Es zeichnet den Menschen grundsätzlich als Geist-Körperwesen. Der Körper ist wesentlich dem Geist zugeordnet, er ist \"Werkzeug\" (Organon) der Seele, die ihn beherrscht und bewegt, und die \"in gewisser Weise alles\" ist. Die platonische Seelen-Vermögen-Lehre wird im Prinzip übernommen, jedoch modifiziert und vom Körperlichen her legitimiert: sie korrespondiert der Einbettung des Menschen ins Naturreich.
- Das stoische Menschenbild ist grundsätzlieh materialistisch. Der Mensch ist als kleiner Kosmos (Mikrokosmos) in den Gesamtkosmos (Makrokosmos) eingebettet und spiegelt ihn in Erkenntnis und Sein wieder. Seine Vernunftstruktur macht ihn zum Gattungswesen, Verselbständigung der Triebe als Krankheit zum Vereinzelten, zum Tier. Hierin liegt der Anknüpfungspunkt für die besondere Eignung und Verwendung des Stoizismus in der abendländischen Rechtsideologie. Das Ziel ist die Leidenschaftslosigkeit und die innere Sellenruhe, sodass Schicksalsschläge hingenommen werden.
mittelalterliches menschenbild:
- Thomas von Aquin: Der Mensch ist ein Individuum, ein Gesellschaftsindividuum. Er besteht aus Leib, Seele und Vernunft. Der Körper ist das Werkzeug der Seele. Der Mensch ist zielstrebig. Seine Vernunft ist ein Geschenk der Natur, das in von Tieren unterscheidet. Dafür hat er keine andern Abwehrmechanismen (Krallen etc.). Der Mensch allein ist jedoch schwach, nur in der Gesellschaft stark. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Der Mensch ist des Menschen Freund. Für Aquin ist der Mensch gut.
- Michelangelo: Mensch und Gottheit bilden eine Ebene, d.h. der Mensch ist die Krone der Schöpfung. Der Mensch ist da, um das zu erhalten, was da ist, denn er hat von Gott den Bewahrungs- und Beherrschungsauftrag. Menschen sind auf der Welt, um Gottes Kind zu sein, also sind Menschen gute Christen.
modernes menschenbild:
- Immanuel Kant: Der Mensch ist von Natur aus ein Egoist. Er kooperiert nur zum Schein. Der Mensch ist jedoch verbesserungsfähig. Moralisch ist der Mensch gut, jedoch ist er faul. Durch die richtige Erziehung, kann er jedoch gut werden, da er eine gute Anlage hat und nicht von Anfang an böse ist.
Der Mensch ist vernunftbegabt - er strebt nach Vernunft = Autonomie, sodass er sich selbst ändern kann. Denn er will frei sein von alles Trieben und Sinnen (Heteronomie). Mit der Erfüllung seiner Pflichten wird er moralisch gut.
- Thomas Hobbes: Das höchste Gut ist der Selbsterhaltungstrieb und die Glückseligkeit. Dazu ist eine große Macht und große Freundschaft notwendig, aber wenn es keinen Staat gibt, dann kämpft jeder gegen jeden, weil jeder Macht haben will. Der Mensch kann jedoch Staatenbilden. Jeder Mensch überträgt Macht, die er hat auf eine oder mehrere Personen, die den Staat oder das Gemeinwesen bilden und den Rest kontrollieren und schützen.
- Laut Freud besteht der Mensch aus dem Ich, dem Über-Ich und des Es. Das Ich ist unser Selbstbewusstsein und will uns am Leben erhalten. Das Über-Ich macht neue Bedürfnisse geltend und schränkt die Befriedigung ein (Schuldgefühl). Es schränkt das Es ein und kontrolliert es. Das Es sind die Triebe und will Lust gewinnen und Unlust vermeiden. Es besteht aus dem Selbsterhaltungstrieb udn dem Todestrieb. Das Ich ist ständig im Konflikt mit dem Über-Ich, dem Es und der Umwelt.
Existenzialphilosophie:
- Sören Kierkegaard: Das Individuum ist in der erklärten Welt verloren. Nur seine Exitenz ist Fakt. Der Mensch hat die Aufgabe subjektiv zu werden, d.h. sein Überleben zu sichern, eigene Wertvorstellungen zu entwickeln etc. Allein die Angst vorm Tod ist seine Motivation zum Leben. Aber das ist keine \"ja\" zum Leben, somit müssen wir entschlossen sein den Augenblick ernst zu nehmen.
- Jean-Paul-Sartre: \"Wir sind zur Freiheit verdammt.\" Wir haben alle Wahlmöglichkeiten, jedoch ist das das Problem, denn mit der Wahl des Ichs, wähle ich auch die anderen (z.B. ich stehle nicht, also erwarte ich, dass andere das auch nicht tun).
- Plessner: Der Mensch ist eine Zwitternatur, weil er ein Tier ist, aber auch ein Mensch. Diese Doppelheit ist für Plessner die Ursache für die Sonderstellung des Menschens. Er ist fast Unabhängig von der Natur und doch bestimmen seine Triebe einen Großteil seines Handelns.
So das wäre soweit das wichtigste. Ich hoffe das hilft. Ich find es eigentlich z.T. nur unlogisch und auch nicht aufeinander aufbauend.
Was praktisch möglich ist, kann theoretisch nicht unmöglich sein.
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