Yep! Absolut richtig!
Zwischendominanten
Aber (um die Verwirrung wieder ein wenig zurückzunehmen)
Beim Blues verhält sich der C11 (Bei einem Blues in G)
nicht so wie eine - sagen wir mal \"richtige\" - Subdominante,
sondern sie verhält sich so wie eine Zwischendominante.
Zwischendominanten verhalten sich meist wie Dominanten,
obwohl man an der Stelle bei einer einfachen Dur-Tonleiter
gar keine Dominante erwartet.
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Beispiel in C-Dur
Standartakkorde (normale Lieder) sind
F C G7 Dm Am Em Hdim (Reihenfolge Quintenzirkel)
C Dm Em F G7 Am Hdim C (Reihenfolge Tonleiter)
Jazzakkorde (alle Septimen aufgefüllt)
Fj7 Cj7 G7 Dm7 Am7 Em7 Hdim7 ( =Hm7b5) (Reihenfolge Quintenzirkel)
Cj7 Dm7 Em7 Fj7 G7 Am7 Hdim7 Cj7 (Reihenfolge Tonleiter)
Wie man sieht gibt es nur einen Dur7-Akkord,
und dieser (hier G7) ist auch die Dominante.
Die Dominante möchte bevorzugt zum Grundakkord (der Tonika) also nach C-Dur aufgelöst werden.
Jetzt kann es aber sein, dass auch andere Akkorde einmal eine kurze Zeit solch eine Spannung wie die Dominante erzeugen wollen.
Beispiel:
Fj7 Cj7 G7 D7 Am7 Em7 Hdim7 ( =Hm7b5) (Reihenfolge Quintenzirkel)
D7 hat sich zur Dominante aufgeplustert.
Es ist der Ton F# zum D-Dur-Akkord hinzugekommen,
der eigentlich gar nicht in die C-Dur-Tonleiter reingehört.
Jetzt kommt der D nicht mehr so lasch als Moll-Akkord er,
sondern er wird genauso drängend, wie die eigentliche Dominante.
D7 drängt zum G hin ( der Vorgänger im Quintenzirkel.)
D7 tut jetzt mal eine Weile so,
als sei das hier die G-Dur-Tonleiter und nicht die C-Dur-Tonleiter
Fj7 Cj7 G7
Dm Am7 Em7 Hdim7 ( =Hm7b5) (C-Dur-Tonleiter)
Cj7 Gj7
D7 Am7 Em7 Hm7 F#dim7 (G-Dur-Tonleiter)
Soweit ist noch alles normal
Jetzt taucht aber D7 an einem ganz anderen Platz auf
Fj7 Cj7 G7
Dm Am7 Em7 Hdim7 ( =Hm7b5) (C-Dur-Tonleiter ohne Zwischendominante)
Fj7 Cj7 G7
D7 Am7 Em7 Hdim7 ( =Hm7b5) (C-Dur-Tonleiter mit Zwischendominante)
Dm7 mutiert hier also zur Zwischendominante D7
Beim RocknRoll, Blues und so weiter wird keiner der Moll-Akkorde zur Zwischendominante, sondern die beiden forderen Dur-Akkorde
Fj7 Cj7 G7 Dm Am7 Em7 Hdim7 ( =Hm7b5) (C-Dur-Tonleiter normal)
F
7 C
7 G7 Dm Am7 Em7 Hdim7 ( =Hm7b5) (C-Dur-Tonleiter Alle Dur-Akkorde werden zu einer Art Zwischendominante)
Nur braucht man in der Regel nicht die Moll-Akkorde
Fj7 Cj7 G7 (C-Dur-Tonleiter normal)
F
7 C
7 G7 (C-Dur-Tonleiter Alle Dur-Akkorde werden zu einer Art Zwischendominante)
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Wenn also mal bei irgendeinem Stück unvermitteld ein Dur7-Akkord oder Dur11 oder Dur13 auftaucht (also ein Dur-Akkord mit kleiner Septime) dann geht man zuerst einmal davon aus, dass es sich um eine Dominante handelt. Es kann nur sein, dass die Tonart gar nicht die ist, in der auch das Stück steht.
Dann spricht man von einer Zwischendominante.
Der Fachmann weiß hinterher, dass man darauf mixolydisch improvisiert, was aber nur ein anderer Name für genau das vorger gesagte ist.
Jetzt haben wir fast die Komplette Harmonielehre ausgerollt...
Das ist mehr, als der Normalsterbliche für den Anfang braucht...
:p
Ich hoffe ich habe es halbwegs allgemeinverständlich hinbekommen.
Gruß und Gute N9
Mjchael
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