Du hast Recht, am Material liegts sicher nicht, damit sollten ordentliche Aufnahmen möglich sein. Ich nehme mal an, das von dir angesprochene \"Overhead\"-Mikro ist ein Kleinmambrankondensatormic, dann paßt das schon mal. Ich würde das Großmembranmic ca. nen halben Meter vor die Klampfe an sich stellen, allerdings nur wenn du nicht gerade im Badezimmer oder ähnlich halligen Räumen aufnimmst. Durch den Raumanteil den du dadurch aufnimmst, bekommst du ne schöne, räumliche Widergabe der Gitarre, allerdings mulmt dieser Sound wahrscheinlich ganz schön. Um das auszugleichen solltest du mit dem Kleinmembranmic auf Höhe des 14 - 16 Bundes ca. 10 cm vors Griffbrett gehen, das Mic leicht in Richtung Hals geneigt. An dieser Position greifst du einen obertonreichen, Höhenreichen Sound ab, der das andere Signal vermutlich recht gut ergänzt. WEnn deine Gitarre einen Tonabnehmer hat, würde ich dieses Signal auf jeden Fall auch mit reinmischen.
Jetzt zum Mix: Die erste Spur (vom Großmembranmic) würde ich relativ zentral pannen, da sie das Fundament der Klampfe enthält. Hier kannst du auf jeden Fall nen Lowcut bei ca. 140 Hz machen, da sich unterhalb dieser Frequenz mit Sicherheit nichts nützliches mehr befindet. Ne schmalbandige Anhebung um die 400 Hz (nicht mehr als 6dB) verschafft der Klampfe den nötigen Druck. Zudem solltest du diese Spur mit nem Multibandkompressor bearbeiten, mit dem du besonders die Mitten etwas betonst und die Bässe absenkst. Außerdem hat Hall auf dieser Spur nichts verloren. Das Ergebnis muß allein nicht gut klingen, es dient nur dazu, die Spur vom PU und dem Halsmic anzufetten.
Die Aufnahme des anderen Mics kannst du erstmal ebenfalls bei ca. 140 Hz abschneiden, dann den Bereich zwischen 400 und 1000 Hz um 3-4 dB absenken und die oberen Mitten je nach Klang deiner Klampfe schmalbandig anheben. In den Höhen würd ich hier auch n bisschen anheben, eben so, daß es nicht nervig klingt. Diese Spur sollte man nicht zu stark in der Dynamik beschneiden, vieleicht reicht schon ein Limiter um nicht zu clippen. Auf dieses Signal könntest du einen Hall geben, aber nimm hier auf keinen Fall den Cubasemüll, der sorgt nur dafür daß es billig klingt, wenn du keinen besseren Hall hast, nimm lieber ein Delay das leise auf die viertel (oder achtel, je nachdem...) getimed ist. WEnn du hast, ist ein Exciter hier auch nicht schlecht.
Das Piezzosignal würd ich einfach nur so bearbeiten, daß es natürlich klingt und dann im Mix beimischen, womit wir schon beim Thema sind...Die erste Spur solltest du ja ziemlich mittig lassen, um das Fundament breit zu halten. Die zweite Spur ziehst du einfach im Panorama an ihre Position, je nach Dominanz der A-Klampfe kannst du sie mit nem Stereoenhancer etwas aufziehen oder eben nicht. Auf jeden Fall würde ich das bassige Signal höchstens halb so laut aufziehen als das andere, sonst matscht es, du mußt aber auch aufpassen, daß es nicht zu hölzern und trocken klingt. Zudem wäre noch zu beachten, daß du Die Gitarre nicht so breitbandig aufpumpst, daß kein Platz merh für andere Instrumente ist. Mit genau dieser Methode hab ich meinen letzen Membersound (Littleprayer) aufgenommen, hörs dir mal an, ich denke die Akkustikklampfe klingt nicht schlecht, allerdings mußte ich ja noch Platz für das Piano lassen.
Also, es kommt nicht so sehr darauf an, daß die Einzelsignale gut klingen, die Summe ist entscheidend. Hol dir die Kraft vom Raummic vorm Schalloch und die Brillancen vom Griffbrett, so sollte ein guter Akkustiksound möglich sein.
Sollte dir das alles nicht helfen, poste einfach mal ein kurzes Soundbeispiel und schreib dazu wie du´s gemacht hast, dann kann ich dir vieleicht noch nen Tip geben...wie gesagt, so mach ich´s und es klingt eigentlich immer ganz OK.
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Macht`s gut und danke für den Fisch (Douglas Adams)
...sieht Scheisse aus, klingt aber geil... (FT2007)
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