Alex10
Schlagerfuzzi
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RE: Zivildienst oder Bundesheer? Was sagt ihr?
Hi!
Ich habe foldendes \"Problem\":
Ich komme aus Österreich und habe in etwas weniger als einem Monat Musterung.
Bei uns dauert der Wehrdienst 6 Monate und der Zivieldienst 9 Monate. Das Problem ist aber, dass man beim Bundesheer nur am Wochenende nach Hause kommt, beim Zivildienst aber täglich (gut, kommt drauf an wo ich stationiert bin).
Das bedeutet ich könnte, wenn ich Zivildienst gehe, jeden Tag zu Hause Gitarre spielen, beim Bund nicht.
Was würdet ihr machen. Ich will mein Hobby/Leidenschaft nicht so sehr vernachlässigen.
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| 18-06-2007, 15:51 |
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Der_Klassiker
Frontmann
      
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Moin,
also wohin Du gehst, ist m.E. nicht die Entscheidung, wann und ob die nach Hause kannst zum Gitarrenspielen, sondern die Entscheidung Deines Gewissens.
Wenn Du dem Militär positiv gegenüberstehst, dann kannst Du m.E. ruhig dort Deinen Dienst machen. Solltest Du aber Bedenken haben, Deinen Dienst an der Waffe zu vollziehen, dann wäre es sehr überlegenswert, den Dienst zu verweigern.
--
Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an. - E.T.A. Hoffmann
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| 18-06-2007, 16:15 |
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AndiBar
Godfather of Music
       
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Hallo Alex10,
die Entscheidung nur daran aufzuhängen, wo du öfter Gitarre spielen kannst, ist wirklich ein wenig eindimensional. Da sollten andere Dinge im Vordergrund stehn (Klassikers Stichwort \"Gewissensentscheidung\" zum Beispiel..)
Und zur Gitarre:
Ob Zivi oder Heer, ich denke, das tut sich nicht viel. Wenn du beim Heer die Grundausbildung hinter dir hast, wirst du wohl eh heimatnah stationiert (zumindst wenn man da mal nachfragt und drum bittet) und auch wenn du dann die Woche über in der Kaserne bleiben musst: Nach der Grundausbildung bist du auch nicht mehr mit vielen Leuten auf der Stube, da spricht nichts dagegen, wenn du die Gitarre mitnimmst und nach Dienstende übst, ob auf der Stube oder sonstwo.
Gruß, Andi
P.S:
Achja, solltest du in der Verweigerungserklärung tatsächlich schreiben \"Ich will nicht zum Heer, weil ich da weniger Gitarre spielen kann\" werden die dir schön was husten
--
\"Ich möchte gerne sterben wie mein Großvater: Friedlich und im Schlaf und nicht in schreiender Panik wie sein Beifahrer\"
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| 18-06-2007, 16:33 |
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CHH
Moderator
       
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Registriert seit: May 2002
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Hallo,
also ich weiß ja nicht wie es in Österreich ist, aber einem Deutschen würde ich sagen:
Wenn du wirklich einen Dienst für dein Land leisten willst und nicht nur sinnlos Geld verpulvern, dann geh zum Zivildienst in eine soziale Einrichtung (Seniorenzentrum, Behindertenpflege o.ä.).
Außerdem bin ich der Meinung, dass diese Erfahrungen sehr wichtig für die persönliche soziale Entwicklung sind.
Und Leute die ein Instrument spielen können sind sowieso immer beliebt in solchen Einrichtungen, da kann man wirklich viel Gutes tun und bewegen...
Gruß
--
CHH
Lose your dreams and you will lose your mind...
CHH
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| 18-06-2007, 19:56 |
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Searcher
Godfather of Music
       
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wusste gar nicht , dass die in östereich ein heer haben,
gegen was denn ?
mal ernsthaft, abgesehn von der gewissenentscheidung gehe ich dahin oder nicht ... der dienst zumindest in deutschland ist nach der grundausbildung stink langweilig, dazu kommt noch das wetter, wache schieben im winter oder camping bei eis und schnee - wers mag.
als wehrpflichtiger kommst du an die interessanten sachen (technik) kaum ran.
zivildienst, kommt darauf an welchen job du da machen must. das kann genau so langweilig sein wie beim heer, kann aber auch eine interessante erfahrung werden. möglicherweise wirst du auch nur ausgenutzt von irgendwelchen sozialdiensten die auf deine kosten keine arbeitslosen einstellen wollen ...
die sogenannten drückeberger jobs (feuerwehr, rotes kreuz für mehrere jahre) finde ich noch am besten. da lernst du über die jahre noch am meisten (fachwissen), oder andere leute kennen, verantwortung ...
gitarre spielen kannst du überall z.b. (billig klampfe zum überallmithinnehmen)
AL, der mit dem Schaf tanzt
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| 19-06-2007, 12:39 |
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moosbert
Godfather of Music
       
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Bundewehr, Heer oder sonstewas macht in meinen Augen nur Sinn, wenn man mit dem Gedanken spielt, später einmal irgendetwas in der Richtung zu tun (Berufssoldat, Polizei, Grenzschutz, GSG9, was weiß ich). Oder wenn man halt davon überzeugt ist, das Richtige zu tun.
Ich würde dir definitiv zum Zivi raten, allerdings bin ich da nicht objektiv, da ich selbst ein VV * war und für mich nie auch nur ansatzweise in Betracht gezogen habe mir ne Uniform überzustreifen.
Was das Problem mit dem Gitarrespielen angeht, das darf da eigentlich keine Rolle spielen.
Mach dir auf jeden Fall gründlich Gedanken darüber und klammer dein Hobby dabei aus, sonst bist du befangen in deiner Entscheidung.
greetz, moosi
* VV = Vaterland-Verräter (so hat mich während meines Zivis in einem Jugendzentrum einer der Dorf-Pseudo-Nazis ganannt, mit dem ich ansonsten aber bestens ausgekommen bin, da ich für die Zeit meine politisch-gesellschaftlichen Gesinnungen hinten angestellt habe und mich darüber nicht ausgelassen habe)
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Wer anderen eine Grube gräbt, der hat ein Grubengrabgerät...
Der frühe Vogel kann mich mal...!
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| 21-06-2007, 19:54 |
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ParkbankEddie
Crew-Mitglied
   
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Registriert seit: Aug 2006
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Ich würde die Hobbies (Gitarre, Freunde, Sport etc.) gerade nicht bei der Entscheidungsfindung ausklammern.
Gewissensentscheidung hin oder her, die meisten Verweigerer sind doch keine Verweigerer, weil sie Pazifisten aus Überzeugung sind, sondern, weil sie den Ersatzdienst für angenehmner halten (was er in vielen Fällen wahrscheinlich auch ist).
Ich war beim Bund und hatte nach der Grundausbildung (das war noch die beste Zeit. Hart, aber wenigstens \"was los\") 8 Monate nichts sinnvolles zu tun. Das war ein einziges Rumlangweilen und vor den Vorgesetzten \"verpissen\" (wenn die sehen, dass man nix zu tun hat, fallen denen tolle Sonderaufgaben ein).
Am meisten hat mich geärgert, dass ich die ganze Woche in der Kaserne bleiben musste (zu weit weg von zuhause) und meine Hobbies (Sport etc.) größtenteils erst nach dem Dienstzeitende wieder aufnehmen konnte. Meine Freunde habe ich nur am Wochenende sehen können.
Daher würde ich dazu raten, das alles ausdrücklich mit zu bedenken. Sicherlich wäre in unserer Kaserne bzw. bei uns auf der Stube ein Gitarrist willkommen gewesen, es kann aber auch sein, dass es nicht geduldet wird (seitens Vorgesetzer oder schlimmer: unverständige Kameraden).
Zwar habe ich auch positive Erfahrungen gemacht. Die lassen sich bei Bedarf aber so ähnlich in jeder Großgruppe machen (z.B. Ferienfreizeit), wenn auch nicht so intensiv.
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| 21-06-2007, 20:19 |
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ov1667
Godfather of Music
       
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Moin,
als ich vor dieser Entscheidung stand (1987), war für mich neben dem Zeitfaktor (15 Monate vs. 18 Monate + Wartezeit auf freie Stelle) auch die Frage der \"Anerkennung\" im späteren Berufsleben ein Gesichtspunkt. Viele technisch orientierte Firmen sind eben auch Zulieferer für das Militär.
Heute sieht das vielleicht etwas anders aus, denn die Firmen haben größtenteils begriffen, dass Selbständigkeit und Organisationsfähigkeit, egal, in welchem Dienst, immer wertvoll sind.
Mach, was DIR und deinen Interessen am nächsten kommt. Informiere dich über Möglichkeiten auf beiden Seiten. Wenn du selbst die Initiative ergreifst, musst du nicht nehmen, was andere für dich planen, sondern kannst einen (vielleicht nur kleinen) Einfluss ausüben.
Gehst du mit Engagement an deinen Dienst (wo auch immer) heran, wirst du für Hobbies und Freunde weniger Zeit haben. Dafür nimmst du an anderer Stelle etwas mit.
Vielleicht wird deine Freizeit aber dadurch intensiver für dich, weil du sie effektiver nutzt.
Gruß, Jens
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Gibson - Inspiring cries of \"turn-that-damn-thing-down\" since 1952
What do you get when you throw a piano down a mine shaft?
A flat minor!
Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem man nicht vertrieben werden kann.
(Jean Paul)
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| 21-06-2007, 22:10 |
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