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Die Grenzen der Bundreinheit
christophfeistauer Offline
Schlagerfuzzi

Beiträge: 3
Themen: 3
Registriert seit: Aug 2011
#1
RE: Die Grenzen der Bundreinheit
Bundreinheit, Kompensationssteg und – Sattel

Zwei Phänomene machen es letztlich unmöglich, überhaupt eine perfekt bundreine Gitarre zu.
Es kann erstens nur eine Bundreinheit im Sinne der temperierten Stimmung erreicht werden. Wie bei einem Keyboard wird dadurch die Terz eines Akkordes immer geringfügig höher erklingen als in der natürlichen Stimmung.
Zweitens macht es einen Unterschied, ob eine Saite im Melodiespiel nur an einem Punkt heruntergedrückt und ihre Spannung dadurch erhöht wird oder wie bei Barreegriffen an mehreren.

Diesen beiden Problemen kann man definitiv nur durch Kompromisse entgegenwirken. Auch läßt sich streng genommen eine Gitarre nur für eine Saitenstärke und einen Saitentyp einrichten. Ich gönne es keinem Gitarristen in dieser Hinsicht so penibel zu sein, wie ein Gitarrenbauer es sein sollte. Ist eine Reinheit im Sinne der temperierten Stimmung gegeben, verschmelzen die Töne schöner, Obertöne entfalten sich besser und sustainbremsende Dissonazen entfallen.

Beim Greifen eines Tones wird die Spannung einer Gitarrensaite minimal erhöht.
Dieses Phänomen wirkt sich umso stärker aus, je weiter man sich vom zwölften Bund weg zu den Saitenenden hin bewegt. Durch die Verlängerung der Saiten am Steg wird vermieden, dass die gegriffenen Töne in Richtung des Steges zu hoch erklingen, nicht genügend jedoch in Richtung des Sattels. Nirgendwo jedoch werden die Saiten beim Greifen so stark nachgespannt wie im ersten Bund. In der ersten Lage, bei der die Finger sich auf die ersten vier Bünde verteilen, können so alle gegriffenen Töne zu hoch erklingen. Es ist dann nicht möglich die Akkordfolge e- Moll, D- Dur, F- Dur, G- Dur so zu spielen, dass auch alle Quinten und Oktaven rein klingen. Man hat das Gefühl, die Gitarre für jeden Akkord neu stimmen zu müssen. Um dem entgegen zu wirken, werden die Saiten am Sattel verkürzt.

Das heisst, dass das Griffbrett am Sattel 1,5 mm vor dem rechnerischen Ende der Mensur endet. Innerhalb dieses 1,5 mm- Bereichs wird die Verkürzung durch die Auflagepunkte der einzelnen Saiten bestimmt. Am Steg wird die Verlängerung durch eine schräge zweiteilige Linie sichtbar, welche am Wechsel von umwickelten zu nicht umwickelten Saiten durch einen Versatz unterbrochen ist.
Am Sattel ergibt sich durch die Verkürzung der selbe Linienverlauf. Ist die Saite am Sattel verkürzt, so fällt die am Steg nötige Verlängerung geringfügiger aus.
Sattel: - 0.5 – 1.5 mm Steg: + 0.5 – 6mm (Stahlsaiten)

Moderatoraktion von Startom:
Habe die nicht sauber umgesetzten UBB-Codes entfernt und den Post manuell ein wenig in Abschnitte unterteilt. Habe natürlich keinerlei Anpassungen am Text vorgenommen
18-08-2011, 11:51
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Nachrichten in diesem Thema
RE: Die Grenzen der Bundreinheit - von christophfeistauer - 18-08-2011, 11:51
[Kein Betreff] - von EeK - 18-08-2011, 12:44
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